Bryce Canyon

Wenn man das vielseitige Unterhaltungsprogramm von Las Vegas ausgiebig genutzt und nach all dem Trubel genug von dieser quirligen Vergnügungsmetropole hat, der bekommt vielleicht Lust, sich die nähere und auch weitere Umgebung genauer anzuschauen. Von Las Vegas aus lassen sich sehr interessante Rundreisen und Exkursionen unternehmen. Dabei ist in den USA die Überwindung von etwas größeren Strecken etwas ganz Alltägliches. Mit vollklimatisierten Autos und ausgezeichneten Busverbindungen sind weitere Entfernungen kein Thema. So steht beispielsweise einem Besuch des berühmten Bryce Canyon nichts im Wege. Er liegt ca. 430km von Las Vegas entfernt und ist somit in gut 5 Stunden zu erreichen. Man verlässt die Stadt in Richtung Salt Lake City, durchquert auf der I-15N den oberen Teil des US-Bundesstaates Arizona und gelangt so nach Utah. Hier befindet sich der Bryce Canyon Nationalpark, einer der bekanntesten und meist besuchtesten Nationalparks der USA.

Der Bryce Canyon Nationalpark liegt im Südwesten des Staates Utah und erstreckt sich über eine Gesamtflächen von fast 145km². Er befindet sich am Rande des Pounsaugunt Plateaus und ist umgeben von wunderschönen Kiefernwäldern. Der Bryce Canyon ist im klassischen Sinn eigentlich kein Canyon, denn das sind eher schluchtartig eingeschnittene Täler bzw. Grabensysteme. Der Bryce Canyon dagegen ist ein auf natürliche Weise entstandenes Amphitheater, das durch das Abtragen von verwitterten Gesteinsmaterialien entstanden ist. Und nur hier gibt es die so genannten Hoodoos, ganz einzigartige und bizarre geologische Gebilde aus Sandstein, die durch Wind und Wetter in Millionen von Jahren aus den Ablagerungen geformt worden sind. Aufgrund ihres unterschiedlichen Gehalts an Eisen und Manganoxiden und je nach Tageszeit und Lichteinfall ändern sie ständig ihre Farben.

Bryce Canyon

Bryce Canyon ©TK

Der Nationalpark mit dem Bryce Canyon wurde nach Ebenezer Bryce benannt, einem Mormonen, der von seiner Kirche im Jahr 1875 den Auftrag erhalten hatte, sich als einer der ersten Siedler hier nieder zu lassen, um das Land urbar zu machen. Zuvor wurde diese Gegend bereits von Indianern als Jagdgebiet genutzt. Diese glaubten, dass die Hooloos versteinerte Menschen seien. Bereits 1928 wurde der Bryce Canyon und seine unmittelbare Umgebung zum Nationalpark erklärt. Seitdem zieht er immer wieder Scharen von Besuchern an.

Der Besucher hat mehrere Möglichkeiten, um sich die Schönheiten dieses Nationalparks zu erschließen und zu genießen. Er kann natürlich bequem im Auto auf der gut ausgebauten Whiteman Bench Road durch den Park und zum Bryce Canyon gelangen. Von ihr aus führen mehrere kleinere Straßen zu den wichtigsten Aussichtspunkten. Der bekannteste unter ihnen liegt direkt am Rande des Bryce Amphitheater. Hier sind die Hooloos, wie sie zu einem hufeisenförmigen Amphitheater formiert sind, am besten zu betrachten. Der nächste bedeutende View Point ist die so genannte Natural Bridge. Vom geologischen Standpunkt aus betrachtet, ist die Bezeichnung Brücke nicht ganz korrekt, denn sie ist eigentlich ein Bogen. Wie dem auch sei, viel Zeit bleibt wohl nicht mehr, sie zu besichtigen, denn Wind und Wetter arbeiten weiter an ihrer Abtragung und so steht die Natural Bridge angeblich kurz vor ihrem Einsturz. Es werden aber auch diverse Wandertouren angeboten, die verschiedene Schwierigkeitsgrade haben und unterschiedlich lange dauern, von einigen Stunden bis zu mehreren Tagen. Die Riggs Spring Loop ist mit seinen 14km die längste und auch beschwerlichste Wandertour und daher nur für geübte Wanderer zu empfehlen. Die Swamp Canyon Loop Tour und die Upper Inspiration Point Tour werden von den Fachleuten als eher mittelschwer eingestuft. Für Anfänger und um einen ersten groben Überblick auf den Bryce Canyon Nationalpark zu bekommen, genügen die Rim Trail Tour zwischen den Sunset und den Sunrise Points oder die Mossy Cave Tour. Egal für welche Tour man sich entscheidet, wichtig ist, dass man die dünnere Luft berücksichtigen muss, denn der Nationalpark befindet sich auf einer Höhe von 2400m bis 2700m. Das sollte man auf keinen Fall unter- und seine eigenen Fähigkeiten überschätzen. Das richtige Schuhwerk und wetterfeste Kleidung sind ebenso selbstverständlich.

Neben den geologischen Naturwundern dieser Gegend gedeiht im Bryce Canyon Nationalpark eine sehr abwechslungsreiche und einzigartige Flora und Fauna, die zu erkunden sich auf jeden Fall lohnt. Über 60 Arten von Säugetieren und zahlreiche verschiedene Vogelarten sind in diesem Nationalpark zu Hause. Füchse und Luchse, der Puma und der Schwarzbär fühlen sich hier genauso wohl wie die Wapitis, Maultierhirsche oder Gabelböcke. Des weiteren lassen sich hier Felsen- und Streifenhörnchen, Präriehunde und Kojoten beobachten. Die Vogelfreunde müssen ebenfalls nicht darben. Sie wird der Anblick der Wanderfalken, Fischadler, Häher oder Mauersegler, um nur einige zu nennen, erfreuen. Diverse Amphibien und Reptilienarten sind hier natürlich auch heimisch. Die gesamte Umgebung wird von Kiefernwäldern dominiert, an den Flüssen wachsen aber auch Espen, Wasserbirken und Weidenbäume.

Wenn man sich mehrere Tage im Bryce Canyon Nationalpark aufhalten möchte, so steht eine gewisse Auswahl an verschiedenen Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. Es gibt Hotels wie das Bryce View Lodge oder das Best Western Ruby’s Inn, die sich am Eingang des Nationalparks befinden. Oder man genießt die Natur direkt unter freiem Himmel auf einem der zwei Campingplätzen innerhalb des Parks.