ETF - Exchange Traded Funds

Bei einem ETF handelt es sich um einen passiv gemanagten Investmentfonds, der selbst an der Börse gehandelt wird. Er ist immer an einen Index gebunden, aber eben nicht aktiv gemanagt, wie es bei den meisten Indexfonds der Fall ist.

Konzeptionell wurden die ersten ETF´s durch die AMEX, die American Stock Exchange ins Leben gerufen. Diese Institution spielt allerdings mittlerweil keine bedeutende Rolle mehr. Die meisten ETF-Anbieter findet man zur Zeit an der New York Stock Exchange. Die Idee, einen Index in einem Fonds nachzubilden, stammt aus den USA in der Zeit der 70er Jahre. Der erste ETF wurde 1993 plaziert, es war der Standard & Poor´s Depositary Receipt, der heute über ein Volumen von ca. 50 Milliarden USD verfügt. Mittlerweile gibt es in den USA, aber auch in Europa großvolumige ETF´s, wie z.B. den iShares von Barclays Global Investors, der immerhin mit einem Volumen von ca. 140 Milliarden USD weltweiter Marktführer ist. Das Gesamtvolumen für ETF liegt weltweit bei rund 440 Milliarden USD.

ETF´s haben eine immens günstige Kostenstruktur, - die normalerweise üblichen Ausgabeaufschläge von Investmentfonds entfallen -, von daher gibt es nunmehr auch eine immer größer werdende Gruppe von Privatanlegern, die sich diesem Marktsegment zur Anlage zuwenden. Da es sich um einen "Low Cost"- Fonds handelt, ist die Anlageeffizienz des jeweils eingesetzten Geldes entsprechend hoch. ETFs sind an der Börse handelbar wie Aktien und bilden ein Sondervermögen, dass im "Worst Case" eines Bankenkonkurses nicht in die Konkursmasse fällt.

Im Gegensatz zum aktiven Portfoliomanagement, indem der jeweilige Investmentfonds versucht, den Referenzindes zu übertreffen, ist das passive Portfoliomanagement eines ETF darum bemüht, den Index nachzubilden und dessen Entwicklung nachzuvollziehen. Geeignete Indizes können z.B. Aktien- Rohstoff- Anleihen- oder Geldmarktindizes sein. Für den Privatanleger, der eher strategisch und langfristig sein Vermögen aufbauen will, spricht für den ETF einerseits die günstige Kostenstruktur und andererseits die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten wie z.B. die Einmalanlage, der Sparplan oder der Einsatz als Instrument für handelsorientierte Privatanleger. In Deutschland hat sich der ETF in den ersten 6 Jahren seit Einführung bei den Privatanlegern noch nicht durchgesetzt, aber mit immerhin 15 % des privaten Handelsvolumens ist die Entwicklung und Akzeptanz zunehmend positiv. Insbesondere dann, wenn der Anleger nicht daran glaubt, daß Chartanalysen zu einem Informations- und daraus folgend zu einem Renditevorsprung gegenüber der Marktentwicklung führen, ist ein ETF das anlagestrategisch besser geeignete Instrument, da es den Marktgesetzen folgt.

Abschließend läßt sich der ETF als eine Anlageform charaktisieren, die für den langfristig optierenden Privatanleger eine wirkliche Alternative zu anderen Anlageformen darstellt. Die Börsennotierung und Veräußerbarkeit, die täglich an allen Handelstagen besteht, gibt dann dem Anleger in persönlich definierten Lebenssituationen auch den Handlungsspielraum über den Verkauf an ausreichende Liquidität zu gelangen.

In Deutschland werden ETF-Produkte hauptsächlich über das elektronische Handelssystem Xetra gehandelt, dies sollte der interessierte Anleger beachten. Courtagen und andere Provisionen entfallen vollständig.

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