Las Vegas, Red Rock Canyon, Staudamm und Indianerreservat
Die Idee kommt uns im sterilen,öden Palm Springs. Las Vegas - nur fünf Autostunden entfernt ist die Partymetropole wohl das ideale Ziel am St.Patricks Day. Durch die Wüste nähern wir uns der Stadt und weit vor den Toren erwarten uns erste Casinos und mit ihnen die unentrinnbare Spielsucht. Sie liegt irgendwie in der Luft und läßt beinahe niemanden kalt. Las Vegas, die wohl rein mental schmutzigste, glitzernste, faszinierenste, abtrünnigste Stadt dieser Welt empfängt uns mit einer beeindruckenden Leuchtkulisse aus Werbetafeln, angestrahlten Bauwerken und sich in den Himmel reckenden Lasersymbolen. Las Vegas, das ist nicht mehr als der "Strip", der berühmte Bouleward, an welchem sich Hotel neben Atrraktion neben Hotel neben Sensation reiht. Kilometerlang, leuchtend, aufregend, lebendig. Rund um den Strip eröffnen sich Slums, Rotlichtmillieu, unheimliche Gegenden.
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Wir parken das Auto nahe der überdimensionalen Werbung für Siegfried und Roy´s Zaubershow und stürzen uns in die animierte Glitzerwelt. Zuerst stehen wir vor einer riesigen Miniaturwelt mit Cowboys und Indianern, Minen und Wassereffekten direkt am Eingang des legendären Hotel Mirage. Wenig später strahlt hellerleuchtet der Eifelturm in Fastoriginalgrösse, und schon stehen wir in den Kanälen von Venedig mit einem realistisch wirkenden Sommerhimmel aus Pappmachee. Wie uns auch zieht es mehr als 30 Millionen Besucher jedes Jahr in die Spielermetropole, zu den sensationellen Attraktionen wie der höchsten Achterbahn der Welt, dem fuminanten Luxorhotel, welches im Stil einer grossen Pyramide aufgebaut ist und den weltbekanten Shows und Sportveranstaltungen. All dies spielt sich auf diesem einen Boulevard ab und so unterschiedlich die sensationellen Gebäude sein mögen mit beeindruckenden Springbrunnengärten oder nachgestellten Kunstobjekten, eines haben sie alle gemein-ein riesiges Casino direkt im Erdgeschoss. Als Anziehungspunkt, als Eingangstor, unübersehbar, unumgehbar.
An diesem Abend trägt ganz Las Vegas grün, den es ist Sankt Patrick Day, der Nationalfeiertag der Iren, die diese Tradition mitgebracht haben. Gefeiert wird viel, die Stimmung ist ausgelassen und Hochprozentiges fließt in Strömen, denn Alkohol jeder Art gibt es sozusagen dazu für den, der sich am Spieltisch oder Auomaten niederläßt. Und das tut jeder hier, die Zockerlaune überträgt sich, liegt in der Luft wie Weihrauch. Die Minen der Gesichter verraten, wie lange sein Besitzer das Glück schon versucht. Die Casinos sind zum Teil sehr einfach ähnlich den Spielhöllen in Deutschland, zum Teil elegant mit roten Teppichen und monströsen Kronleuchtern, in den Randzonen gibt es Livemusik und Unterhaltung. Sie sind offen, zu jeder Tages-und Nachtzeit, für jede Nationalität und jeden Geldbeutel.
Die Nächte in Las Vegas sind lang und so schlendern auch wir den Strip entlang und lassen uns beeindrucken von dem Lichtermeer. Vor uns bricht ein künstlicher Vulkan aus, dann stehen wir in einem künstlichem Urwald. Das Circus Circus ist eines der ersten Kasinothemenparks der Stadt und ein Sinnbild für seine Geschmacklosigkeit. Im Imperial Palace Auto Museum bestaunen wir seltene Automodelle und auch Wagen von Reichen und Berühmten, ein Muß für jeden Autofan. Wie in anderen Städten an jeder Ecke Stadtrundfahrten angeboten werden, so geschieht es hier mit Hochzeitsarrangement. Ein paar Stunden Aufenthalt in der Metropole genügen, um den Bund fürs Leben zu schließen. Professionelle Heiratsagenturen erledigen die Papiere, stellen Brautkleidung, Limousine und vom einfachen bis zum Luxusarrangement alles zur Verfügung. Heiraten im Heißluftballon für Kurzentschlossene ist kein Problem in der verrücktesten Stadt der Welt.
Ausflug zum Red Rock Canyon
Am nächsten Morgen wirkt der Strip ausgestorben, fahl, langweilig. Wir machen uns auf dem Weg zu einem der Naturwunder, dem rotgefärbten Canyon.
Nur knappe 30 Kilometer westlich von Las Vegas treffen wir diese Schönheit, die alles bietet, was Las Vegas nicht hat. Der Red Rock Canyon ist natürlich, rau und sehr, sehr alt. Mehr als 65 Millionen Jahre ragt der 900 m hohe Steilhang an der westlichen Spitze des Tals empor. Eine etwas 20 Kilometer lange Rundfahrt veranschaulicht dem Besucher die Besonderheit dieses Tals mit Joshua-Bäumen, Sandsteinen, und zerklüfteten Berggipfeln in den unterschiedlichsten Farben.
Den Abend verleben wir David Cooperfields fantastische Zaubershow im Hotel MGM Grand.
Ausflug zum Staudamm und ins Indianerreservat
Tagsüber hat Las Vegas nicht viel zu bieten, die Stadt gehört der Nacht. So nutzen wir auch den heutigen Tag für die Schönheiten der Umgebung. Zunächst fahren wir zum etwa eine Fahrstunde entfernten Hoover Dam und Lake Mead. Ein architektonisches Juwel ist die 220 m hohe Betonmauer, die sich in die Kulisse der roten Felswände einschmiegt. Ein Rundgang ermöglicht uns, die Funktionsweise des Staudamms zu verstehen und bringt uns auch in den Turbinenraum. Östlich und westlich der Staumauer erstreckt sich ein künstlich angelegter Stausee auf 180 Kilometern Länege mit idealen Bedingungen für Boot- und Wasserskifahrten, Tauchen und Angeln.
Ebenfalls nur etwa eine Stunde von Las Vegas entfernt befindet sich in den rauen Felsen der Umgebung ein verschlafenes Dörfchen namens Overton.Das Städtchen aus dem 19. Jahrhundert hat sich bis heute kaum verändert und eröffnet uns einen Blick in längst vergangene Tage. Motels, Geschäfte und Bars im Stile der vergangenen Zeit versetzt die Besucher in einen Western-Film und garantiert etwas Erholung und Ruhe von den langen Nächten auf dem Strip.
Einige Kilometer weiter befinden sich die 1000 Jahre alten Dörfer der Anasazi-Indianer, deren Gebäude auf Grundlage der Original-Fundamente neu rekonstruiert wurden. Die Dörfer gewähren einen Einblick in die ursprüngliche Kultur und Lebensweise des Kontinents und sind ein Teil des natürlichen Lost City Museum von Las Vegas.
Den Abschiedsabend verbringen wir zunächst im Minivergnügungspark des Grand Slam Canyon mit Achterbahnen, brüllenden Dinosauriern und Wasserrutschen unter einer riesigen Kuppel.
Die großartige Show des berühmtesten Zirkus der Welt, dem Cirque de Soleil im Hotel Bellagio bietet uns einen gebührenden Abschied aus der faszinierenden Stadt in der Wüste Nevadas, die wir am nächsten Morgen in Richtung Grand Canyon verlassen.
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