Poker und seine verschiedenen Spielvarianten

Definition von Poker:
Poker ist ein Überbegriff von einer Reihe von Kartenspielen, die mit speziellen Pokerkarten gespielt werden. Meistens wird Poker mit Karten des angloamerikanischen Blattes gespielt, welches aus 52 einzelnen Karten besteht. Um eine „Hand“ zu halten, ist es erforderlich diese aus 5 Karten zu bilden. Hierbei setzen die Mitspieler einen mehr oder weniger hohen Betrag, ohne zu wissen welches Blatt der Gegner in Händen hält. Die Chips einer kompletten Runde bekommt derjenige Spieler, der die stärkste Hand hält. Es kann aber auch vorkommen, dass kein Spieler bereit ist den geforderten Einsatz zu bringen. Dann bekommt der Spieler das Geld dessen Einsatz nicht erwidert wurde. Das eröffnet natürlich sehr viele Möglichkeiten das Spiel zu gestalten. Man kann bspw. durch „bluffen“ das Spiel gewinnen, obwohl man mit schwachen Karten gespielt hat. Das primäre Ziel eines jeden Pokerspielers ist es, möglichst viele Chips von den anderen Mitspielern zu bekommen. Es gibt verschiedene Varianten, um eine Hand zu bilden. Dabei können Karten der eigenen Hand oder die so genannten „Community-Cards“ zur Hilfe genommen werden. Community oder Commoncards sind Gemeinschaftskarten, die jeder Mitspieler sehen kann. Dabei hängt es ebenfalls von der Spielvariante ab, ob die schlechteste (low) oder die beste (high) Hand gewinnt.

Die Spieltheorie des Pokerns:
Viele aber nicht alle Entscheidungen lassen sich im Poker in der Theorie erklären. Am besten gelingt das, indem man eine Spielrunde in der Theorie simuliert. So bekommt man einen Eindruck, wie das Pokern funktioniert. Allerdings lernen und richtig verstehen wird man das Pokern nur, wenn man selber einmal spielt. Im Folgenden wird der Ablauf eines Pokerspiels theoretisch simuliert. Das Spiel kann unterschiedlich gestaltet werden, es gibt verschiedene Poker-Varianten und verschiedene Limits die man setzen kann. Jedoch bekommt jeder Spieler am Anfang des Spiels eine aufgedeckte Karte. Bei manchen Varianten können es auch mehrere Karten sein. Der Spieler, der die höchste Karte hält, wird Dealer genannt. Der Dealer wird am Tisch durch einen flachen Zylinder angezeigt. Ist zwischen zwei Spielern die höchste Karte gleich, so entscheidet die Ordnung der Farbe. Pik, ist dabei die höchste Farbe, danach kommt Herz, gefolgt von Karo. Die niedrigste Farbe ist das Kreuz. Diese Reihenfolge wird aber nur beim Finden des Dealers benötigt. Wird einmal dien erste Hand gespielt, hat es keine Bedeutung mehr. Der Zylinder rückt dabei vor jeder neuen Spielrunde im Uhrzeigersinn weiter. So kommt jeder Spieler einmal in die Dealer-Position.

Poker

Poker ©iStockphoto/Kirby Hamilton

Erklärung der Spielvariante Caribbean Stud:
Das Caribbean-Stud ist eine Spielvariante, die in der Regel in Spielbanken angeboten werden. Hierbei gilt es zu beachten, dass bei dieser Variante des Pokerns nicht gegeneinander gespielt wird. Man hat also keine Gegenspieler, sonder spielt nur für sich und gegen das Casino.

Die Spielregeln:
Gespielt wird mit 52 Blatt bestehend aus französischen Karten und man sitzt an einem halbkreisrundem Tisch. Gegenüber den Spielerplätzen sitzt der Croupier, der auch Dealer oder Bankhalter genannt wird. Bevor das Spiel beginnt muss jeder Spieler seinen Einsatz setzen, wobei das übliche Minimum bei 5 € liegt. Dies kann aber von Casino zu Casino unterschiedlich sein. Das Maximum liegt bei 200 €. Der Einsatz wird auf das Feld mit der Aufschrift „Ante“ gelegt. Ist das geschehen, mischt der Dealer die Karten. Nachdem die Karten einmal abgehoben wurden, erhält jeder Spieler verdeckt fünf Karten. Der Dealer gibt sich selbst auch fünf Karten, von denen er die fünfte Karte offen hinlegt. Die anderen vier Karten sind verdeckt. Nachdem jeder Spieler seine Karten angeschaut hat, wird entschieden, ob man wetten oder aussteigen möchte. Beim Wetten, wird das Doppelte des Einsatzes auf das Feld „Bet“ gesetzt. Will man aussteigen, gibt man dem Dealer seine Karten verdeckt wieder zurück, wobei der Einsatz allerdings eingezogen wird. Wenn sich nun alle Spieler entschieden haben, deckt der Dealer sein Blatt auf. Damit der Dealer im Spiel bleiben kann, muss er eine Pokerkombination besitzen, oder mindestens den Rang eines Ass-König. Sollte dem Dealer das nicht gelingen, hat er sich nicht qualifiziert und das Spiel ist beendet. Somit hat jeder Spieler der noch dabei war einen Gewinn in der Höhe des Einsatzes gewonnen. Kann sich der Dealer allerdings qualifizieren, wird jedes einzelne Blatt mit dem Blatt des Mitspielers verglichen. Wenn des Blatt des Dealers höher ist, verliert der Spieler alle seine getätigten Umsätze. Sollte der Spieler ein höheres Blatt haben, so wird der Einsatz der auf dem Feld „Ante“ platziert war 1 zu 1 ausbezahlt und der Einsatz der auf dem Feld „Bet“ liegt nach folgender Tabelle ausbezahlt:

Kombination Auszahlung
RoyalFlush 100 zu 1
StraightFlush 50 zu 1
Four of a Kind 20 zu 1
FullHouse 7 zu 1
Flush 5 zu 1
Straight 4 zu 1
Three of a Kind 3 zu 1
TwoPairs 2 zu 1
OnePair or Ace-King 1 zu 1

Diese Spielvariante eröffnet dem Spieler einige Vorteile. Der Spieler kann nur seinen Einsatz verlieren, aber im Gegenzug seinen Einsatz um ein Mehrfaches erhöhen. Der Spieler weiß auch immer ganz genau welche Strategie der Gegner spielt, da er ja nur bei einer bestimmten Kombination spielen kann.

Erklärung der Spielvariante Let it ride:
Diese Pokervariante wird auch EasyPoker genannt. Hierbei spielt man ebenfalls nicht gegeneinander sondern nur für sich und gegen die Bank. Die Bezeichnung für das Spiel kommt aus dem Amerikanischen. Demnach soll der Spieler seinen Einsatz und seinen erhaltenen Gewinn stehen lassen, und so der Bank Paroli bietet.

Die Spielregeln:
Das Spiel besteht aus 52 Blatt mit französischen Karten. Die Spieler sitzen an einem halbkreisrundem Tisch, ihnen gegenüber sitzt der Dealer. An einem Tisch haben bis zu sieben Spieler, auch Pointeure genannt, Platz. Vor Spielbeginn muss jeder Spieler drei Einsätze abgeben, die alle gleich hoch sind. Die Höhe richtet sich nach den gegebenen Limits. Die Einsätze werden auf die dafür vorgesehenen Felder gelegt. Ist dies geschehen, mischt der Dealer die Karten, hebt einmal ab und gibt jedem Spieler drei Karten. Die Karten werden verdeckt ausgegeben und dürfen nicht gezeigt werden. Dann legt der Dealer noch zwei weitere Karten auf den Tisch, die so genannten Common-Cards. Diese Common-Cards, die noch verdeckt sind, werden als vierte bzw. fünfte Hand verwendet. Hat der Spieler seine drei Karten angeschaut, entscheidet er, ob er seinen ersten Einsatz stehen lässt oder ob er ihn zurückzieht. Ist dies geschehen deckt der Dealer die erste Common-Card auf und die Spieler entscheiden ob sie ihren zweiten Einsatz stehen lassen oder mitnehmen. Sobald alle Spieler fertig sind, wird die zweite Common-Card aufgedeckt und die Spieler legen ebenfalls alle ihre Karten auf den Tisch. Dann werden die Hände verglichen und die Gewinne nach folgender Tabelle ausbezahlt:

Kombination Auszahlung
RoyalFlush 1.000 zu 1
StraightFlush 200 zu 1
Four of a Kind 50 zu 1
FullHouse 11 zu 1
Flush 8 zu 1
Straight 5 zu 1
Three of a Kind 3 zu 1
TwoPairs 2 zu 1
OnePair or Ace-King 1 zu 1

Man kann als Spieler durchaus den Vorteil der Bank minimieren, jedoch ist es notwendig, dass man sich eine Strategie zulegt.

Erklärung der Spielvariante Texas Hold’em:
Diese Variante des Pokerspiels ist am meisten verbreitet und wird auch bei vielen Pokerturnieren gespielt.

Die Spielregeln:
Bei dieser Variante werden fünf Karten, offen auf den Tisch gelegt. Diese Karten nennt man Community-Cards, da jeder Spieler sie sehen kann. Außerdem können diese fünf Karten von jedem Spieler zum Bilden einer Pokerhand genutzt werden. Dabei gilt es zu beachten, dass jeder Spieler höchstens zwei seiner eigenen Karten dazu verwenden darf, um eine Pokerhand zu bilden. Es wird mit 52 Karten gespielt bestehend aus angloamerikanischen oder französischen Karten. Die Anzahl der Spieler besteht aus mindestens zwei und höchstens elf Mitspielern. In manchen Fällen können auch mehr als elf Personen an einem Tisch mitspielen, das entspricht aber nicht der Regel. Das Ziel dieses Spiels ist es, die höchste Kartenkombination zu erhalten oder die Mitspieler durch kluges taktieren, zum Aufgeben zu zwingen. Vor dem ersten Spiel mischt der Dealer die Karten, die er einmal abheben lässt und gibt jedem Mitspieler eine Karte, die jeder sehen kann. Der Spieler, der die höchste Karte hat wird zum ersten Geber ernannt. Ist zwischen zwei Spielern die höchste Karte gleich, so entscheidet die Ordnung der Farbe. Pik, ist dabei die höchste Farbe, danach kommt Herz, gefolgt von Karo. Die niedrigste Farbe ist das Kreuz. Diese Reihenfolge wird aber nur beim Finden des Dealers benötigt. Der Dealer erhält daraufhin den Dealers button. Der Spieler, welcher dem eben ermitteltem fiktivem Dealer zur Linken sitzt, muss einen small blind setzten. Der small blind ist ein Einsatz, der vorgeschrieben wird, bspw. 5 €. Sein Nachbar wiederum muss den big blind setzen. Der big blind ist im Allgemeinen das Doppelte des small blinds, also hier 10 €. Alle anderen Spieler müssen bevor sie die ersten Karten erhalten, keinen Einsatz leisten. Derjenige Spieler, der den small blind setzen muss, erhält vom Geber die erste Karte. Nun erhält jeder Spieler zwei Karten, die die anderen Spieler nicht sehen dürfen. Der Spieler der links vom big blind sitzt eröffnet die erste Wettrunde. Er kann entweder den Einsatz halten, d.h. denselben Einsatz setzen oder er kann den Einsatz erhöhen oder komplett aus der Runde aussteigen. Jeder Spieler kann aus diesen Möglichkeiten nun wählen, wenn er an der Reihe ist. Gespielt wird immer im Uhrzeigersinn. Dabei ist darauf zu achten, dass ein Spieler in einer Wettrunde den Einsatz nicht zweimal hintereinander steigern kann, außer ein Gegenspieler hat in der Zwischenzeit erhöht. Ist die erste Wettrunde beendet, deckt der Dealer drei Karten auf den Tisch, so dass jeder sie sehen kann. Nun beginnt die zweite Wettrunde. Hierbei ist es möglich, dass der Spieler der die Runde eröffnen muss, keinen Einsatz tätig. Dann sagt der Spieler „check“ und der nächste ist an der Reihe. Dies kann jeder Spieler so lange machen, bis einer aus der Runde einen Einsatz abgibt. Dann gibt es nur noch die Möglichkeit, dass die anderen Spieler mitgehen, erhöhen oder aussteigen. Die Wettrunde wird so lange fortgesetzt, bis alle Spieler entweder den Einsatz mitgegangen oder ausgestiegen sind. Dann beginnt die dritte Wettrunde. Dabei wird die vierte Karte offen auf den Tisch gelegt und das gleiche Verfahren wie in der Runde zuvor beginnt. Sobald die fünfte und letzte Karte offen gelegt wird, die so genannte RiverCard, kommt es zur letzten Wettrunde. Dabei kommt es am Ende zum Showdown, bei dem jeder Spieler aus seinen zwei und aus den fünf Tischkarten die beste Kombination zusammenstellt. Der Spieler, der die höhere Kombination hält, gewinnt den Einsatz der Wettrunde. Beim Heads-up, bei dem nur noch zwei Spieler am Tisch sitzen, gibt es abweichende Regeln. Diese sehen vor, dass der small blind mit dem Dealer button gesetzt werden muss, wobei der andere Spieler sofort den big blind setzen muss. Diese Reihenfolge wird aber nicht in allen Wettrunden so fortgesetzt, sonst besteht die Gefahr, dass in allen vier Wettrunden der gleiche Spieler den ersten Zug machen kann.