Las Vegas - ein Erlebnis in der Wüste

Ein großes Schild lädt uns ein: "Willkommen in Las Vegas". Eine Stadt mitten in der Wüste, eine Oase des Lichtes und der Unterhaltung. Wir waren 3 1/2 Tage da. Manche sind länger hier, sehen aber in dieser Zeit kaum das Tageslicht. Las Vegas sollte man im Leben schon einmal gesehen haben. Denn wenn die Amerikaner etwas können, dann ist es die perfekte Show, die perfekte Illusion. Hier gibt es wirklich alles. Das Auge kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus und im offenen Mund zieht es. Wir haben so einiges gemacht. Sind Achterbahn um und durch die Hotels gefahren, sind mit Star Trek auf Mission gegangen und haben bei Madame Tussauds neben Elvis gesungen. Nebenbei haben wir eine perfekte, aus Pappmaschee angefertigte Grabkammer von Tut`s Tomp besucht und haben Planet Hollywood ruiniert. Wir hatten nämlich einen sogenannten "Power Pass". Da bezahlt man vorab und bekommt dann freien Eintritt bei mehreren Attraktionen und obendrauf von Planet Hollywood jeden Tag 20 $ geschenkt. Natürlich verirrten wir uns auch zwangsläufig in ein Casino. Was in solch einem Spieltempel dann so alles los ist, kann man nur schwer in Worte fassen. Da sitzen Hunderte Menschen, meist mit blutunterlaufenen Augen und zittriger Fingern, vor ewig blinkenden, tutenden und sehr selten klirrenden Automaten. Hier kann man seiner Spielsucht freien Lauf lassen.

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Kommen wir noch einmal zu einigen der Attraktionen zurück. Da gibt es so eine Star Trek Show in 3 bis 5D. Die Show ist wirklich Weltklasse. Da ist alles total echt gemacht. Mit Schauspielern in Star Trek Uniformen und tollen Effekten. Die Shows läuft in etwa so ab: Man wird mit bis zu 20 Personen zu einer Vorführung an Bord einer Raumstation gebracht. Auf einmal wackelt die Wand, das Licht flackert und die Monitore fallen aus. Wir werden angegriffen. Der Uniformierte bewaffnet sich und fordert uns auf, ihm zu folgen. Jetzt erlebt man einen Angriff der Borg extrem hautnah und sehr realistisch mit. Vielleicht sogar zu realistisch. Sorgen macht man sich um den Einen oder anderen Gast. Die gehen voll in dem Szenario auf. Springen auf einmal von rechts nach links, ducken sich und schauen sich nach Borgsoldaten um. Fehlt nur noch, dass die unseren Schauspielführer niederstrecken, sich den Plaste-Laser aneignen und mit lautem Geschrei die Korridore erstürmen, nebenbei Schauspieler in Borgkostümen abschlachten und "Lebe lang und im Frieden" schreien. Ja ja, zu viel Realismus tut auch nicht gut. Uns hat es aber gefallen.

Den meisten "Bammel" hatten wir vor den StratosphereTower. Der thront uns etwas sehr hoch über der Stadt. Trotzdem mussten wir die 112 Stockwerke mal hoch. Ein Powerlift schießt einen förmlich hoch. Der Liftboy war etwas sonderbar. Der wackelte immer von einen Fuß auf den anderen, kaute an den Fingernägeln und sah auch sonst etwas nervös aus. Platzangst? Da ist natürlich ein Lift der am wenigsten geeignete Arbeitsplatz in Las Vegas. Wobei, es gibt noch schlimmere Arbeitsumgebungen: Als Kleptomane im Casino arbeiten zum Beispiel, oder als Star Wars Fan bei "Star Trek Experience" oder gar als Roy bei Siegfried und Roy.

Am dritten Tag wird dann Las Vegas, ohne Geld, langweilig. Natürlich gibt es noch viel mehr zu sehen und zu erleben. Die Liste der Attraktionen und Sehenswürdigkeiten ist unendlich. Wo findet man sonst den Eiffelturm und die Freiheitsstatue in nächster Umgebung? Nur hier! In Las Vegas kann man 24 Stunden am Tag auf Konzerte, Veranstaltungen oder Stripvorführungen gehen. Alles ist möglich. Aber für mehr als drei, vier Tage hier in der Wüste müsste man dann schon einen Kredit aufnehmen oder eben Körperteile verkaufen. Und irgendwann geht einem diese ganze Geldmaschine eh auf den Wecker. Aber ein Erlebnis, ein Erlebnis war es allemal.

Fazit: Die ersten Tage sind ein Ereignis für alle Sinne, einfach top. Aber nachdem das Geld alle ist, ist es nur noch ein Blitzlichtgewitter in der Wüste. Aber immer noch ein sehr Schönes!

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